„Ich hätte nie gedacht, dass es so groß wird."
Mit einer Finissage ging das „skop – Kommunikationslabor für Wissenschaft und Gestaltung” am Donnerstag zu Ende.


Mehr als drei Monate haben 15 Masterstudenten der Fachhochschule Mainz in den Markthäusern vor einem interessierten Publikum geplant, recherchiert, entworfen und produziert – und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Eine 13 Meter hohe grün-weiße Papier- Installation empfängt die Besucher schon im Erdgeschoss, im Untergeschoss warten die Studenten mit einem visuellen Feuerwerk an spannend gestalteter Wissenschaft auf. Eine überdimensionale Wandzeitung gewährt Einblicke in abgeschottete wissenschaftliche Einrichtungen und macht Unsichtbares sichtbar, eine interaktive Installation ermöglicht das Experimentieren mit Klassifizierungen. Eine Wunderkammer zeigt Kuriositäten aus Mainzer Sammlungen, Fotografien lassen den Besucher hinter die Türen sonst verschlossener Archive blicken und Bilder visualisieren wissenschaftliche Thesen. Neben der beeindruckenden Umsetzung der Einzelprojekte ist es vor allem die Vielfalt, die die Besucher begeisterte.


Auch für die Studierenden war das Projekt im Rahmen ihres Masterstudiums „Gutenberg-Intermedia” eine besondere Erfahrung. „Das Interessante für mich war, dass uns die Leute bei der Arbeit quasi über die Schulter schauen konnten und wir nicht erst die fertigen Projekte präsentiert haben“, sagt der Student Jan Erlinghagen.


Doch das skop bestand nicht nur aus den 14 Projekten. Integriert wurden auch insgesamt zwölf Abendveranstaltungen mit Vorträgen, einem Science Slam und Filmvorführungen, die sich mit wissenschaftlichen und gestalterischen Themen befassten. Ziel des Projektes war es ja, den Mainzern die Wissenschaft gestalterisch näher zu bringen und zu zeigen, dass Design und Wissenschaft sich nicht fremd sein müssen. Professor Phillip Pape ist überzeugt, dass das Konzept aufgegangen ist: „Die Master-Studierenden haben das schwierige Thema Wissenschaft mit den Möglichkeiten des Designs in das Herz von Mainz gebracht“, sagt er. Und die rund 2000 Besucher aller Altersklassen, die das skop zwischen April und Juni besucht haben, geben ihm Recht. Phillip Pape hofft, dass der Erfolg des skop sich in weiteren Kooperationen von wissenschaftlichen Instituten, der Stadt und den Bürgern niederschlägt: „Das Kommunikationslabor als Gesamt-Experiment hat gezeigt, dass man solche Freiräume für die Wissenschaft, für die Studierenden der Region, aber auch für das Publikum, noch häufiger bräuchte.“


Ohne die Unterstützung der Landeshauptstadt Mainz, der Wohnbau Mainz und der Entega sowie der Hilfe von rund 80 wissenschaftlichen Einrichtungen in Mainz hätte sich so ein Projekt aber nicht realisieren lassen. „Alleine hätten wir das kaum bewältigen können“, sagt Professor Phillip Pape. „Das war schon eine Menge Arbeit“, sagt Jan Erlinghagen, „ich hätte nie gedacht, dass es so groß wird“, freut er sich.